Je nach beruflichen Interessen und Zielen kann es notwendig sein, in der Schweiz eine neue Ausbildung zu absolvieren. Das Schweizer Bildungssystem unterscheidet sich jedoch teilweise von den Bildungssystemen anderer Länder. Deshalb kann es vorkommen, dass der gewünschte Beruf in der Schweiz auf einer anderen Bildungsstufe erlernt wird. Einige Berufe werden beispielsweise im Rahmen einer Berufslehre und nicht an einer Universität ausgebildet.
Eine Ausbildung erfordert Zeit, Engagement und Geld. Deshalb ist es wichtig, sich vor einer Entscheidung umfassend beraten zu lassen. Eine Beratung durch Fachpersonen der Berufs- und Laufbahnberatung kann dabei helfen, eine passende Ausbildung zu finden. Gemeinsam kann geprüft werden, ob die Ausbildung zu den vorhandenen Kompetenzen passt und gute Perspektiven auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bietet.
Nachfolgend finden Sie wichtige Informationen und Anlaufstellen, um sich über Ausbildungsmöglichkeiten in der Schweiz zu informieren.
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Bildungssystem Schweiz
Das Schweizer Bildungssystem bietet viele Möglichkeiten und ist durchlässig. Das bedeutet, dass verschiedene Bildungswege miteinander verbunden sind und ein Wechsel des Bildungswegs möglich ist.
Nicht nur ein Hochschulstudium bietet gute berufliche Perspektiven. Ein wichtiger Bestandteil des Schweizer Bildungssystems ist die berufliche Grundbildung, auch Berufslehre oder Lehre genannt. Sie ist praxisorientiert und verbindet die praktische Arbeit in einem Betrieb mit dem theoretischen Unterricht an einer Berufsfachschule.
Die verschiedenen Bildungswege führen zu anerkannten Abschlüssen und ermöglichen den Zugang zu weiteren Bildungsangeboten. So kann beispielsweise auch nach einer Berufslehre eine Hochschule besucht werden.
Das Schweizer Bildungssystem ist flexibel: Wer möchte, kann sich später weiterbilden oder den Bildungsweg wechseln.

Dieses Video von Perspektiven – Studium erklärt die Grundlagen des Schweizer Bildungssystems. Über die Einstellungen können Untertitel in verschiedenen Sprachen einblendet werden.
Weitere Erklärvideos zum Schweizer Bildungssystem bietet SwissSkills in verschiedenen Sprachen an: Deutsch, Französisch, Italienisch, Englisch, Albanisch, Spanisch, Serbisch und Türkisch.
Die Website Berufsberatung.ch bietet ein interaktives Schema zum Schweizer Bildungssystem. Zudem finden Sie dort Informationen in verschiedenen Sprachen.
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Ausbildungswege nach der obligatorischen Schulzeit
Berufslehre (berufliche Grundbildung)
Die Berufslehre ist der häufigste Bildungsweg in der Schweiz. Sie verbindet die praktische Arbeit in einem Betrieb mit dem theoretischen Unterricht an einer Berufsfachschule.
Vorbereitung auf die Berufslehre
Für Geflüchtete und Migrant*innen, die ihre Schulbildung nicht in der Schweiz absolviert haben, bieten die meisten Kantone eine Integrationsvorlehre (INVOL) an. Diese dauert in der Regel ein Jahr und bereitet die Lernenden sprachlich und fachlich auf eine anschliessende Berufslehre vor.
Berufslehre
Die Dauer der Berufslehre hängt vom gewählten Beruf und Abschluss ab. Bei vielen Berufen besteht die Möglichkeit, ein Eidgenössisches Berufsattest (EBA) in zwei Jahren oder ein Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ) in drei oder vier Jahren zu erwerben.
Während der Lehre erhalten die Lernenden bereits einen Lohn. Dieser beträgt je nach Beruf und Lehrjahr ungefähr 800 – 1500 CHF pro Monat.
Während oder nach der Berufslehre besteht die Möglichkeit, eine Berufsmaturität zu absolvieren. Diese ermöglicht den direkten Zugang zu einer Fachhochschule. Mit einer zusätzlichen Passerelle ist auch der Zugang zu einer Universität möglich.
Das Staatssekretariat für Migration SEM hat Erklärvideos spezifisch zur Berufsbildung in verschiedenen Sprachen erstellt.
Weitere Informationen zur Berufslehre sowie eine Übersicht über offene Lehrstellen finden Sie auf berufsberatung.ch und yousty.
Fachmittelschule
Fachmittelschulen vermitteln allgemeinbildende Fächer sowie Fachwissen in spezifischen Berufsfeldern. Sie fördern eine vertiefte Allgemeinbildung sowie persönliche und soziale Kompetenzen. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird mit einem schweizerisch anerkannten Fachmittelschulausweis abgeschlossen.
Fachmittelschulen bereiten auf weiterführende Ausbildungen in verschiedenen Berufsfeldern vor, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Soziale Arbeit und Pädagogik. Je nach Berufsfeld bestehen unterschiedliche Möglichkeiten für eine anschliessende Ausbildung auf Tertiärstufe.
Weitere Informationen zu Fachmittelschulen.
Gymnasium (Kantonsschule)
Gymnasiale Maturitätsschulen gehören zur Sekundarstufe II und führen zur gymnasialen Maturität. Je nach Kanton werden sie als Gymnasium oder Kantonsschule (Kanti) bezeichnet.
Die gymnasiale Maturität ermöglicht den direkten Zugang zu den Universitäten und Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH/EPFL). Für den Zugang zu einer Fachhochschule ist in der Regel zusätzlich ein einjähriges Berufspraktikum erforderlich.
Weitere Informationen zum Gymnasium finden Sie auf berufsberatung.ch.
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Tertiäre Bildungswege (Universitäre Hochschulen)
Universitäten und Eidgenössische Technische Hochschulen (ETH)
Universitäten und die beiden Eidgenössischen Technischen Hochschulen (ETH Zürich und EPFL) vermitteln vor allem theoretisches Wissen, analytische Kompetenzen und wissenschaftliche Methoden.
Ein Hochschulstudium ist in der Regel keine direkte Berufsausbildung. Je nach Studienfach eröffnen sich nach dem Abschluss unterschiedliche Berufsmöglichkeiten. In vielen Fachbereichen ist für den Einstieg in den Arbeitsmarkt ein Masterabschluss üblich.
Für eine Zulassung zu einem Bachelorstudium ist in der Regel eine anerkannte gymnasiale Maturität oder ein gleichwertiger ausländischer Bildungsabschluss erforderlich. Je nach Vorbildung und Herkunft des Abschlusses gelten unterschiedliche Zulassungsbedingungen.
Weitere Informationen zur Zulassung zu Universitäten finden Sie hier.
Weitere Informationen zu den Schweizer Universitäten finden Sie unter:
- Berufsberatung
- Eduwo
- Swissuniversities (Liste der akkreditierten Schweizer Universitäten)
Fachhochschulen FH
Fachhochschulen bieten eine breite Auswahl an Studiengängen an. Sie orientieren sich an der Berufspraxis und verbinden wissenschaftliche Erkenntnisse mit theoretischem und praktischem Wissen für verschiedene Berufsfelder. Je nach Studiengang ist ein Praktikum Voraussetzung für die Zulassung oder Teil des Studiums.
Üblicherweise schliessen die Studierenden das Studium mit einem Bachelor ab und können danach direkt in den Beruf einsteigen. Je nach Studienrichtung werden auch Masterstudiengänge angeboten.
Die Zulassung zu einem Fachhochschulstudium hängt von der bisherigen Ausbildung und der gewählten Studienrichtung ab. Je nach Vorbildung können zusätzliche Berufspraxis oder weitere Voraussetzungen erforderlich sein.
Weitere Informationen zur Zulassung zu Fachhochschulenfinden Sie hier.
Weitere Informationen zu Fachhochschulen FH finden Sie unter:
- Berufsberatung
- Eduwo
- Swissuniversities (Liste der akkreditierten Schweizer Fachhochschulen)
Pädagogische Hochschulen PH
Die Pädagogischen Hochschulen bilden Lehrpersonen und weitere pädagogische Fachpersonen aus. Neben den Studiengängen für Lehrpersonen werden auch Ausbildungen für weitere pädagogische Berufsfelder angeboten.
Die Ausbildungen sind stark praxisorientiert und auf die jeweiligen Berufsfelder ausgerichtet. Je nach Studiengang wird der Abschluss auf Bachelor- oder Masterstufe erworben. Bei Ausbildungen für Lehrpersonen wird zusätzlich ein entsprechendes Lehrdiplom erworben.
Die Schweizerischen Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektorinnen und -direktoren EDK anerkennt die Lehrdiplome der Pädagogischen Hochschulen. Anerkannte Lehrdiplome gelten in der ganzen Schweiz.
Die Zulassungsbedingungen unterscheiden sich je nach Studiengang und Vorbildung. Für Personen mit ausländischen Bildungsabschlüssen können zusätzliche Anforderungen gelten, beispielsweise eine Eignungsabklärung, ausreichende Kenntnisse der Unterrichtssprache oder eine Ergänzungsprüfung.
Weitere Informationen zur Zulassung zu den pädagogischen Hochschulen finden Sie hier.
Weitere Informationen zu Pädagogischen Hochschulen finden Sie unter:
- Berufsberatung
- eduwo
- Swissuniversities – Liste der akkreditierten Schweizer Pädagogischen Hochschulen
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Ausbildungswege nach der obligatorischen Schulzeit
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Beratung zu Beruf, Studium und Laufbahn
In jedem Kanton gibt es Beratungsstellen zu Beruf, Studium und Laufbahn. Sie werden oft Berufsberatungs- und Informationszentrum, oder kurz BIZ, genannt.
Die Beratungsstellen informieren über verschiedene Ausbildungen und unterstützen Sie dabei, Ihre Situation zu klären und die nächsten Schritte zu planen. Auch Fragen zur Anerkennung von Diplomen oder zu den Chancen auf dem Schweizer Arbeitsmarkt können in einem Beratungsgespräch angeschaut werden. Für junge Menschen ist die Beratung im Wohnkanton normalerweise kostenlos. Auch Personen, die vom Sozialdienst unterstützt werden, können in der Regel die Beratung kostenlos nutzen. Einige Beratungsstellen bieten zudem Beratung speziell für Migrant*innen an.
In einigen Kantonen gibt es unterschiedliche Beratungsstellen für berufliche und akademische Fragen. Berufliche Beratungsstellen informieren beispielsweise über Berufe und Lehrstellen, während akademische Beratungsstellen bei Fragen rund ums Studium unterstützen.
Viele Kantone haben Beratungsstellen an mehreren Standorten. Dort können Sie sich teilweise auch, selbständig über verschiedene Berufe und Ausbildungsmöglichkeiten informieren.
Eine Übersicht über die Beratungsstellen in den verschiedenen Kantonen finden Sie online.
Weitere Informationen:
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Informationstage der Hochschulen
Die meisten Hochschulen in der Schweiz bieten Informationstage und spezifische Informationsveranstaltungen an. Dort können Sie direkt mit Studierenden sprechen, die das gewünschte Fach bereites studieren. Oft werden die verschiedenen Studienfächer auch von Dozierenden vorgestellt.
Weitere Informationen finden Sie direkt auf der Website der jeweiligen Hochschule.
Auch swissuniversities bietet eine Übersicht über anstehende Informationstage und weitere Informationsangebote in der Rubrik „Massnahmen für Gymnasiastinnen und Gymnasiasten“.
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Coaching-Angebote
Kantone, Gemeinden und Hilfswerke bieten teilweise Coaching-Angebote für qualifizierte Geflüchtete und Migrant*innen an. Diese Angebote ergänzen häufig die Begleitung durch die/den Sozialarbeiter*in. Nach einer gemeinsamen Abklärung werden Ziele für die weitere Ausbildung, eine Nachholbildung oder den Einstieg in den Arbeitsmarkt definiert. Ein Coach begleitet die Person bei der Umsetzung dieser Ziele und unterstützt sie bei den nächsten Schritten.
Oft kann man sich für die Begleitung eines Coachs nicht selbst anmelden. Die Anmeldung erfolgt in der Regel über die/den Sozialarbeiter*in oder die zuständige fallführende Stelle. In mehreren Kantonen der Deutschschweiz gibt es beispielsweise das Angebot HEKS MosaiQ. In der französischen Schweiz bietet die Association découvrir entsprechende Unterstützung an. Daneben gibt es verschiedene regionale Coaching-Angebote.